Warum 'AI First' für Lehrkräfte und Fachkräfte scheitert

Die Tech-Branche liebt den Begriff "AI-first", doch im Kern gibt es ein großes Problem: Die meisten AI-first Tools werden von Ingenieurinnen und Ingenieuren für Ingenieurinnen und Ingenieure gebaut - nicht für Lehrkräfte, Beratende oder andere Fachkräfte, die diese Werkzeuge täglich nutzen sollen.

"AI-first fragt 'was kann die KI?'. Workflow-first fragt 'was muss der Mensch erledigen?'."

Nach hunderten Stunden Beobachtung, wie echte Fachkräfte KI-Tools nutzen, sehe ich immer wieder das gleiche Muster: beeindruckende Demos, aber enttäuschende Nutzung im echten Arbeitsalltag. Das Problem ist nicht die KI - es ist der Ansatz.

Die AI-first Falle

Was AI-first wirklich bedeutet

AI-first beginnt mit den Fähigkeiten des Modells und baut darauf auf. Die Frage lautet: "Wir haben dieses leistungsstarke Modell - welche Probleme kann es lösen?" Das klingt logisch, führt aber zu Tools, die eher zeigen, was KI kann, statt die Probleme von Menschen zu lösen.

Ein typisches Erlebnis mit einem KI-Schreibassistenten:

  1. Leerer Bildschirm mit einer einschüchternden Eingabebox
  2. Du versuchst, deinen Kontext zu erklären, den die KI nicht kennt
  3. Du erhältst generisches Output, das viel Nachbearbeitung braucht
  4. Du verbringst mehr Zeit mit dem Korrigieren als mit dem Schreiben
  5. Du wiederholst den Prozess bei jeder neuen Aufgabe

Das ist AI-first: Die Fähigkeiten der KI bestimmen das Produkt - Menschen müssen sich an die Denkweise der Maschine anpassen.

Das Problem der kognitiven Belastung

AI-first Tools erhöhen oft die mentale Belastung statt sie zu reduzieren. Nutzer müssen:

  • Prompt Engineering lernen, um brauchbare Ergebnisse zu erhalten
  • KI-Grenzen kennen, um Fehler zu vermeiden
  • Ständig zwischen Arbeit und KI-Kontext wechseln
  • Eine mentale Modellierung darüber führen, was die KI weiß und was nicht

Echtes Beispiel: Unterrichtsplanung

Sarah, eine Lehrerin der Jahrgangsstufe 5, probierte ein AI-first Tool zur Unterrichtsplanung:

  • Schritt 1: Ihre Klasse, Lernziele und Rahmenbedingungen eingeben
  • Schritt 2: Warten auf eine generische Unterrichtsskizze
  • Schritt 3: Viel überarbeiten, um Stil, Niveau und Schülerbedürfnisse anzupassen
  • Schritt 4: Manuell mit Kalender und Ressourcen abgleichen
  • Ergebnis: 45 Minuten für etwas, das 10 Minuten dauern sollte

Der AI-first Ansatz zwingt Sarah dazu, Prompt Engineer zu werden - statt Lehrerin zu sein.

Die workflow-first Alternative

Workflow-first beginnt mit einem tiefen Verständnis der tatsächlichen Arbeitsabläufe und setzt KI gezielt dort ein, wo sie Reibung reduziert und Fähigkeiten verstärkt.

Wie workflow-first Denken alles verändert

AI-first Frage: "Was kann unser KI-Modell?" Workflow-first Frage: "Was muss Sarah erledigen und wo bleibt sie hängen?"

Als wir Sarahs echten Planungsprozess analysierten, stellten wir fest:

  • Sie plant in Wochenblöcken, nicht in Einzelstunden
  • Sie wiederverwendet gute Aktivitäten mit kleinen Anpassungen
  • Sie braucht schnelle Änderungen, wenn Termine verschoben werden
  • Sie will automatische Lehrplanabgleiche
  • Sie möchte prüfen und freigeben, statt von vorne zu beginnen

Diese Erkenntnisse führten zu AutoPlanner - einem workflow-first Tool, das:

Workflow-first in der Praxis

- Automatisch Wochenpläne basierend auf Schulkalender und Lehrplan erzeugt - Anpassungen für bestehende Aktivitäten vorschlägt statt neue zu erfinden - Sofort reagiert, wenn Termine oder Ereignisse sich ändern - Compliance im Hintergrund prüft - Optionen klar darstellt, statt dich vor einem leeren Prompt stehen zu lassen

Ergebnis: Sarah reduzierte ihre Planungszeit von 3 Stunden pro Woche auf 30 Minuten - mit besseren und konsistenteren Ergebnissen.

Warum AI-first in der Praxis scheitert

1. Das Kontextproblem

AI-first Tools erwarten perfekten Input. Echte Menschen:

  • Sind beschäftigt und abgelenkt
  • Arbeiten mit unvollständigen Informationen
  • Brauchen sofortige Ergebnisse
  • Wollen Tools, die vorherige Arbeit merken

2. Das Problem generischer Ergebnisse

AI-first Tools zeigen beeindruckende Fähigkeiten, aber liefern:

  • Unbrauchbare erste Entwürfe
  • Generische Vorlagen ohne persönlichen Bezug
  • Unvorhersehbare Qualität
  • Keine Lernfähigkeit basierend auf Präferenzen

3. Das Integrationsproblem

Viele AI-first Tools leben isoliert und zwingen Nutzer dazu:

  • Daten ständig zu exportieren und importieren
  • Informationen mehrfach zu pflegen
  • Zwischen Systemen zu springen
  • Beziehungen zwischen Aufgaben neu herzustellen

Reale Beispiele: workflow-first Erfolg

Fallstudie: Meridian High School

AI-first (früheres Tool):

  • Lehrkräfte öffnen KI-Interface
  • Beschreiben die Aufgabe
  • Erhalten generische Rubrikvorlagen
  • Bearbeiten sie umfangreich
  • Ordnen sie manuell Schulstandards zu

Workflow-first (Zaza Teach):

  • System kennt Fach, Klassenstufe und schulische Standards
  • Generiert automatisch passende Rubriken
  • Nutzt frühere erfolgreiche Aufgaben
  • Passt Empfehlungen an aktuelle Lerneinheit an
  • Integriert sich direkt ins Notensystem

Ergebnis: 75 Prozent weniger Zeitaufwand, höhere Konsistenz.

Fallstudie: Close Agent im Immobilienbereich

AI-first (typische CRM KI):

  • Agent beschreibt Interaktion
  • KI generiert generische Follow-up E-Mail
  • Agent überarbeitet intensiv
  • Plant Erinnerungen manuell
  • Wiederholt alles für jeden Kunden

Workflow-first (Close Agent):

  • System überwacht echte Interaktionen automatisch
  • Generiert Follow-ups basierend auf Verhaltensmustern
  • Pflegt Beziehungshistorie
  • Plant nächste Schritte basierend auf optimalem Timing
  • Eskaliert nur, wenn nötig

Ergebnis: 40 Prozent mehr Follow-up Konsistenz bei 60 Prozent weniger Verwaltungsaufwand.

Der Unterschied in der Denkweise

AI-first vs workflow-first

AI-first: "Schau, was die KI kann - finde heraus, wie du es nutzen kannst" Workflow-first: "Hier ist dein Ziel - die KI übernimmt die mühsamen Teile im Hintergrund"

Workflow-first bedeutet: KI ist Infrastruktur, nicht Oberfläche. Die besten KI Tools sind oft unsichtbar - du erreichst mehr, ohne ständig an die KI zu denken.

Workflow-first Lösungen entwickeln

1. Echte Arbeitsabläufe studieren

  • Menschen im Alltag beobachten
  • Aktuelle Prozesse dokumentieren
  • Wiederkehrende Tätigkeiten identifizieren
  • Kontextwechsel erfassen

2. Für den 80 Prozent Fall designen

  • Häufige Szenarien optimieren
  • Gute Standardwerte anbieten
  • Den häufigen Fall leicht machen
  • Systeme entwickeln, die dazulernen

3. Integrieren, nicht isolieren

  • In bestehenden Tools arbeiten
  • Workflows erhalten, aber Reibung entfernen
  • Zusammenhängende Daten pflegen
  • Mentale Modelle respektieren

Key takeaways

    • AI-first konzentriert sich auf Technologie statt auf Menschen
    • Workflow-first beginnt mit menschlichen Bedürfnissen
    • Die besten KI Tools sind oft unsichtbar
    • Kognitive Belastung ist ein zentrales Hindernis für KI-Adoption
    • Integration in bestehende Workflows ist entscheidender als beeindruckende Modelle
    • Generische Outputs erfordern meist mehr Arbeit als eigene Entwürfe
    • Erfolg kommt aus echtem Verständnis menschlicher Abläufe

Die Zukunft ist workflow-first

Die erfolgreichsten Organisationen nutzen nicht die komplexesten Modelle, sondern diejenigen, die menschliche Workflows am besten verstehen. Sie entwickeln Tools, die sich wie natürliche Erweiterungen der täglichen Arbeit anfühlen.

Die AI-first Ära brachte beeindruckende Demos und Investitionen. Die workflow-first Ära wird Werkzeuge hervorbringen, die Fachkräfte wirklich gerne täglich nutzen.

Bereit für workflow-first KI? Entdecke, wie Zaza Technologies KI Tools entwickelt, die sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe einfügen, echten Wert liefern und dich nicht zum Prompt Engineer machen.


Dr. Greg Blackburn

Dr. Greg Blackburn

Dr. Greg Blackburn is the founder of Zaza Technologies. With over 20 years in Learning & Development and a PhD in Professional Education, he is dedicated to creating reliable AI tools that teachers can count on every day - tools that save time, reduce stress, and ultimately help teachers thrive.

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